DEUTSCHLAND – Doras Quarktorte

Wie man nun vielleicht schon auf meiner Seite erkennen konnte liebe ich Küchentraditionen über alles, vor allem aus anderen Ländern und Kulturen. In der heutigen schnelllebigen Zeit und einem ständigen Wechsel von allen Dingen im Leben, seien es neue technische Raffinessen, die neuesten wissenschaftlichen Erkenntnisse oder auch neue politische Entwicklungen, ist es doch immer wieder gut, wenn man bestimmte Sachen im Leben oder auch in unserer Gesellschaft hat, die beibehalten werden und einem ein gewisses Gefühl von Konstanz und Halt geben. Das klingt höchst dramatisch und könnte in eine äußerst philosophische Richtung gehen, aber es dreht sich in diesem Beitrag dennoch einfach nur um Essen. Ich persönlich lege sehr viel Wert darauf landestypische und traditionelle Rezepte in Ehren zu halten und diese immer wieder aufleben zu lassen. Ich bin sonst eher dafür, dass Veränderungen wichtig sind und man Fortschritt unterstützen sollte, aber wenn es um jahrzehntealte Rezepte geht, die von Generation zu Generation weiter gereicht werden und sich manchmal auch zu einer Art Nationalgericht entwickelt haben, dann stehe ich absolut für Tradition und Brauchtum ein. Was ich besonders liebe sind Familienrezepte von Omas und Uromas, quasi Erbstücke, die der Familie auch meistens einen Zusammenhalt und einen roten Faden geben. Essen und Kochen verbindet einfach und jeder kennt es doch „das hab ich früher bei meiner Oma immer gegessen“. Da fragt man sich allerdings, was das Geheimnis dieser Rezepte ist, denn anscheinend konnte jede Oma mindestens eine Sache richtig gut kochen oder backen, sodass sie sich eingeprägt hat. Eine Gemeinsamkeit, die ich bestimmen konnte: die Einfachheit der Rezepte. Es braucht meistens keine komplizierten Zutaten und die Zubereitung geht auch locker von der Hand, schließlich waren die Rezepte sogenannte „Evergreens“, die Oma irgendwie nebenbei aus dem Ärmel geschüttelt hat, weswegen sie auch solche Kassenschlager bei der Familie waren bzw. noch sind. Meiner Meinung nach steckt da auch einfach ganz viel Liebe und Fürsorge drin, was uns solche Kindheitserinnerung besonders schön macht. Man erinnert sich gern zurück, denn als Erwachsener sieht man sich da wahrscheinlich auch noch sorgen- und problemfrei und möchte manchmal am liebsten mal kurz wieder in diese vergangene Zeit zurück springen und somit kurz dem Alltag entfliehen. Das Aufleben dieser Zeiten durch das Backen oder Kochen der klassischen Oma-Rezepte ist eine schöne Möglichkeit die Erinnerung wieder hervorzurufen und darin zu schwelgen. Ich präsentiere euch heute ein Rezept von der Uroma meines Mannes, die eine große und unheimlich facettenreiche Familie hinterlassen hat. Die ganze Meute trifft sich alle 3-4 Jahre und verbringt ein schönes Wochenende miteinander, wo natürlich viel gequatscht, ausgetauscht, aber auch in Erinnerungen gebadet wird. Anlässlich dieses Treffens und auch in Erinnerung an ihren 116. Geburtstag wurde ein Familienrezept rausgekramt, dass ich euch heute hier präsentieren möchte. Diese Quarktorte entpuppt sich als ein absoluter Klassiker für die sonntägliche Kaffeetafel und das Besondere ist der fehlende Boden, womit Uroma Dora dem Kuchen ihre persönliche Note verliehen hat. Anscheinend haben in meinem Umkreis die Omas alle darauf verzichtet, denn einer meiner absoluten Oma-Kuchen ist die Eierschecke ohne Boden, welche ich hier auch schon einmal vorgestellt habe (Rezept).

Vielleicht habt ihr jetzt Lust bekommen auf eine absolut leckere und wirklich traditionelle Dora-Quarktorte oder kramt jetzt selber schnell nach DEM einen Oma-Rezept aus eurer Kindheit. Man kann sich somit jedenfalls einen schönen Nachmittag machen, dem Alltag mal ein wenig entfliehen und an die schöne Zeit bei Oma denken. Denn man bedenke auch: ohne Oma gäb‘s uns nicht und bei Oma schmeckt‘s doch auch immer am besten! Also ran an die Kochlöffel und Küchenschürzen und lasst uns was Feines im Ofen zaubern als eine Hommage an die Omas dieser Welt mit ihren tollen Rezepten aus unserer Kindheit.

Doras Quarktorte
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Ingredients
  1. 3 Eier
  2. 200g Zucker
  3. 1 Zitrone
  4. 500g Quark
  5. 50g Grieß
  6. ½ Pck. Backpulver
  7. 1 EL Mehl
  8. 1 Prise Salz
Instructions
  1. Den Backofen auf 180°C Umluft vorheizen und eine Springform einfetten.
  2. Die Eier voneinander trennen und das Eigelb mit dem Zucker und dem Saft der ausgepressten Zitrone mit dem Handrührgerät schaumig rühren. Anschließend Quark, Grieß, Mehl und Backpulver dazugeben und alles nochmal mit dem Handrührgerät gut durchrühren.
  3. Das Eiweiß mit der Prise Salz steif schlagen und vorsichtig unter die restliche Teigmasse heben bis alles gut miteinander verbunden ist. Die Masse in die Kuchenform gießen und die Torte im Ofen für ca. 60min backen. Eventuell sollte man die Quarktorte zwischendurch mit Alufolie abdecken, damit sie nicht zu dunkel wird. Um zu testen, ob sie fertig gebacken ist, kann man einfach mit einem Holzstäbchen reinstechen und schauen, ob etwas hängen bleibt (sollte es natürlich nicht!)
  4. Nach dem Backen die Torte gut abkühlen lassen und kalt genießen (nicht wundern: sie fällt beim Auskühlen nochmal ein bisschen zusammen).
Gustotrip http://gustotrip.de/
Genießt den Flashback in die Kindheit und sagt mir doch mal was eure Oma so als Spezialität immer parat hatte!

Eure Gustelli

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